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Veranstaltung in Hessen: Sarrazin bekommt Applaus für Einwandererschelte - Nachrichten Politik - Deutschland - Burseg.NET

10.03.10|

Veranstaltung in Hessen

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Sarrazin bekommt Applaus für Einwandererschelte

Thilo Sarrazin attackiert türkische und arabische Kinder und erntet dafür Applaus. Die Kinder würden niemals Gleichaltrige zu sich nach Hause einladen, obwohl Integration zu 80 Prozent eine Bringschuld und keine Holschuld sei. Außerdem fordert Sarrazin Kindergeldkürzungen, falls Hausaufgaben nicht gemacht werden.

Thilo Sarrazin
Foto: dpa Der frühere Berliner Finanzsenator (SPD) kritisiert den mangelnden Integrationswillen der Kinder

Das Bundesbank-Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin hat erneut einen mangelnden Integrationswillen von Migranten beklagt. Der ehemalige Berliner SPD-Finanzsenator kritisierte in Wiesbaden, dass viele Zugezogene aus dem Nahen Osten und Afrika nicht Deutsch lernen wollten und nur unter sich blieben.

Es sei absolut auffallend, dass türkische und arabische Kinder niemals deutsche Gäste zu sich einlüden, sagte Sarrazin bei einer Diskussionsveranstaltung im hessischen Integrationsministerium.

Sarrazin, der schon mehrfach wegen Äußerungen zu Migranten Aufsehen erregte, sah die Verantwortung für eine mangelnde Integration vor allem bei den Ausländern: „Integration ist zu 80 Prozent eine Bringschuld und keine Holschuld.“

EU-Ausländer, Russlanddeutsche und etwa Vietnamesen würden sich anstrengen und hätten ähnlich gute Schulabschlüsse wie Deutsche. Anders sehe es dagegen bei Einwanderern aus Afrika, der Türkei und dem Nahen Osten aus. Im Saal bekam der ehemalige Politiker für seine Äußerungen viel Applaus.

Die Ansichten des Thilo Sarrazin
Sarrazin
Foto: M. Lengemann Burseg.NET stellt einige umstrittene Äußerungen des ehemaligen Berliner Finanzsenators und jetzigen Bundesbankvorstands Thilo Sarrazin vor. Im November 2002 sagte er zur Debatte über höhere Kita-Gebühren: "Es wird ja so getan, als ob der Senat die Kinder ins Konzentrationslager schicken wollte."

Vor dem Gebäude protestierten rund zwei Dutzend Mitglieder des „Wiesbadener Bündnis gegen Rechts“ und Landtagsabgeordnete der Linkspartei gegen den Auftritt.

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„Meine Lösung ist mehr Bildung“, sagte Sarrazin und forderte ein Umdenken in der Schulpolitik. An Schulen müsse „ganz banal“ und „ganz konkret“ gelehrt werden. Mehr Personal sei nicht nötig. Vielmehr müssten „vernünftige Lehrpläne“ ausgearbeitet und die Kinder ordentlich kontrolliert werden, ob sie ihre Hausaufgaben gemacht hätten. Würden sie dem zweimal nicht nachkommen, „dann wird eben das Kindergeld um 50 Prozent gekürzt“.

Der deutsch-türkische Medienunternehmer Kenan Kubilay sagte, Versäumnisse bei der Integration habe es auch bei der einheimischen Bevölkerung gegeben: „Die Schuld auf die eine Seite zu schieben, das wäre falsch.“

Sarrazins Äußerungen seien „erniedrigend“. Kubilay kritisierte, dass Sarrazin Salz in die Wunde streue. Das demotiviere und bringe die Integration nicht voran. „Wir reden über Menschen“, ergänzte Kubilay.

Bei der Veranstaltung unter dem Motto „Freiheit, die ich meine – Chance und Grenzen der Integration“ verteidigte der hessische Justiz- und Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) die Einladung Sarrazins. Es dürfe keine „Schweige- oder Denkverbote“ geben. Hahn räumte zwar ein, dass rabiate Äußerungen die Zugezogenen „verschrecken“ könnten und für eine förderliche „Willkommenskultur“ nicht dienlich seien. Dennoch müsste „eine offene und ehrliche Diagnose“ gestellt werden, welche Probleme es in der Integration gebe.

Sarrazin hatte im vergangenen September heftige Kritik für Äußerungen in einem Interview mit der Zeitschrift „Lettre International“ geerntet. Sarrazin sagte damals: „Jemanden, der nichts tut, muss ich auch nicht anerkennen.

Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert.“ Daraufhin wurde sein Zuständigkeitsbereich im Bundesbankvorstand beschnitten.

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Sarrazins Sprüche

Der frühere Berliner Finanzsenator und heutige Bundesbanker Thilo Sarrazin macht regelmäßig mit deftigen Sprüchen zu Politik und Gesellschaft auf sich aufmerksam:

März 2002 zum Berliner Stadtbild:
"Nirgendwo schlurfen so viele Menschen in Trainingsanzügen durch die Straßen wie in Berlin."

Januar 2005 zur geplanten Länderfusion:
"Das vereinte Land Berlin-Brandenburg ist natürlich immer eine Stadt Berlin mit angeschlossener landwirtschaftlicher Fläche."

August 2006 zur Berliner Finanzlage:
"Lassen Sie mich mal so sagen: Der Schutt ist abgeräumt. Wir leben nicht mehr im Jahr 1945, sondern wir leben im Jahr 1947."

Februar 2008 zum Thema Schwarzarbeit:
"Ehe jetzt einer im 20. Stock sitzt und den ganzen Tag nur fernsieht, bin ich schon fast erleichtert, wenn er ein bisschen schwarz arbeitet."

Februar 2008 zu seinem Speiseplan für Hartz-IV-Empfänger:
Für 4,25 Euro könne man sich "vollständig, gesund und wertstoffreich ernähren".

In der Zeitschrift "Lettre International", Oktoberausgabe 2009:
"Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert."

In der Zeitschrift "Lettre International", Oktoberausgabe 2009:
"Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate."

In der Zeitschrift "Lettre International", Oktoberausgabe 2009:
"Je niedriger die Schicht, desto höher die Geburtenrate. Die Araber und die Türken haben einen zwei- bis dreimal höheren Anteil an Geburten, als es ihrem Bevölkerungsanteil entspricht. Große Teile sind weder integrationswillig noch integrationsfähig. Die Lösung dieses Problems kann nur heißen: Kein Zuzug mehr, und wer heiraten will, sollte dies im Ausland tun."

In der Zeitschrift "Lettre International", Oktoberausgabe 2009:
Über den ehemaligen Berliner Senatsbaudirektor Hans Stimmann: "ein leicht verhaltensgestörter Senatsbaudirektor"

Gegenüber dem "Handelsblatt", 27. November 2009
Über Kanzlerin Angela Merkel: "Ich rate der Bundeskanzlerin, sich mal im stillen Kämmerlein einzuschließen, zwei Tage ruhig nachzudenken und sich zu überlegen, was sie wirklich will." Außerdem sei ihre aktuelle Politik „ein müder Wiederaufguss der späten Kohl-Jahre".

Gegenüber sueddeutsche.de über Sparmöglichkeiten bei Hartz-IV-Empfängern, 1. März 2010
"Kalt duschen ist doch eh viel gesünder. Ein Warmduscher ist noch nie weit gekommen im Leben."

Auf der Veranstaltung „Freiheit, die ich meine - Chance und Grenzen der Integration", 9. März 2010
Sarrazin steht zu seinen provokanten Äußerungen über Ausländer. „Ob das gelungen war oder nicht, es hat gewirkt."

Auf der Veranstaltung „Freiheit, die ich meine - Chance und Grenzen der Integration", 9. März 2010
„Integration ist zu 80 Prozent eine Bringschuld und keine Holschuld."

Auf der Veranstaltung „Freiheit, die ich meine - Chance und Grenzen der Integration", 9. März 2010
„Meine Lösung ist mehr Bildung", sagte Sarrazin (...) Kinder müssten ordentlich kontrolliert werden, ob sie ihre Hausaufgaben gemacht hätten. Würden sie dem zweimal nicht nachkommen, „dann wird eben das Kindergeld um 50 Prozent gekürzt".

Im Interview mit der "Saarbrücker Zeitung", 1. April, 2010
„Es muss in einer Gesellschaft auch eine gewisse Menge Streit, Krach und Kontroverse geben, denn es gibt ja auch unterschiedliche Interessen. Die deutsche Harmoniesucht hat doch dazu geführt, dass viele Dinge gar nicht klar genug benannt und dann aufgeschoben werden."

epd/jm

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