Sonntag, 26. November 2006Killerspiele verbietenTrackbacks
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Hi Christoph,
interessanter Beitrag, aber mit Argumenten, die ich nicht erwartet hätte. Ich persönlich stimme mehr einher mit den Argumenten, die ich bisher am meisten gehört habe: Das Problem liegt an mangelnder Erziehung, mangelnder Ausbildung, an mangelnden sozialen Ressourcen in diesem Land. Darüber hinaus finde ich es im höchsten Maße inkompetent von Politikern wie z. B. Herrn Stoiber, dass verschiedenste Forschungsergebnisse (die ja häufig genug sogar positive Aspekte bescheinigen) einfach ignoriert werden. Für mich ein plumper Versuch der Wortführer (Wulff, Stoiber...), mal wieder etwas mehr auf der politischen Bühne aufzutauchen. Außerdem wissen wir mit hoher Computer-Affinität ausgestatteten Kinder doch ganz genau, was dann passieren wird: Viele Jugendliche "kriminalisieren" sich durch illegale Downloads oder entsprechende Importe. Und die, die zuhause dicke Gaspistolen horten, werden sich von solchen Verboten ohnehin nicht beeindrucken lassen. Und mal ehrlich: Wir haben hier lange nicht solche Verhältnisse wie in den USA oder sonst wo. Verabscheuenswerte Vergewaltigungen geschehen hier viel öfter als Schulamokläufe. Die Sache an der Wurzel zu packen, ist den Damen und Herren Politikern wohl einfach zu anstrengend. Wollen wir noch am Rande bemerken, dass sog. Killerspiele wohl locker 1/3 des Spiele-Marktes ausmachen (eigene, spontane Schätzung), und dass der Computerspiele-Markt mehr Kasse macht als z. B. die Filmindustrie. Gruss, Kim
Die Frage ist doch wie man "die Sache an der Wurzel" packen kann. Ich glaube, dass es sehr einfach ist zu sagen wir haben ein Problem. Auch ich bin für ein konsequentes Vorgehen und die Beseitigung der Ursachen als immer nur Oberflächenbeschönigung durchzuführen.
Ich glaube aber auch, dass es schwer ist einfach irgendwo Arbeit zu schaffen. Ich glaube dass es schwierig ist Menschen eine Erziehung angedeien zu lassen, wenn sich die Eltern selbst aufgeben. Es gab in den letzten Jahren einem Umschwung. Erst wurden Arbeitslose bemitleidet, da es eigentlich selbstverständlich war, dass man Arbeit hatte. Da fand es auch jeder ok, dass der Staat diesen Menschen half. Inzwischen ist es so, dass es so viele Arbeitslose gibt, dass man diese als Belastung empfindet und sich versucht möglichst weit in die entgegengesetzte Richtung hin abzusetzten. Wer nun sagt, dass ich abschweife, dem sei gesagt, es hängt halt alles miteinander zusammen. Wer arbeitet der fühlt sich bestätigt durch Lob und Anerkennung. Dieses führt zu einem gutem Lebensgefühl, man gibt sich nicht auf, es ist einem nicht mehr einfach alles egal. Dieses führt auch zu einer anderen Erziehung. Dabei möchte ich nicht so weit gehen und sagen, dass arbeitslose Eltern ihre Kinder nicht ordentlich erziehen. Die Erziehung wird immer weiter von den Eltern auf Lehrer und Kindergartenerzieher abgewälzt. Dieses funktioniert nicht. Man muss Vorbild sein und dieses kann man auch im Verhalten und Vermitteln von Werten in schwierigen Situationen. Es ist immer einfach Politiker Versagen vorzuwerfen, aber ich glaube es ist schwer eine allgemein gültige Lösung zu erarbeiten. Nun kommen wir zurück auf die ursprüngliche Frage, wie man die Ursache bekämpft. Gesellschaftlich muss sich einiges wieder verändern. Evt. auch zu spießig wirkenden Werten. Als Eltern übernimmt man Verantwortung. Als Staat auch. Doch wie schafft man es an weniger attraktiven Standorten dennoch eine Infrastruktur zu schaffen, die Arbeitsplätze schafft um eine Wertschätzungskette wieder in Gang zu setzen? Evt. seid ihr nicht meiner Meinung, aber ich glaube dass die Computerspiele nicht die Ursache sind für Kinder, welche gewalttätig werden und sich gegen Mitschüler wenden. Ich glaube auch nicht das die Erziehung alleine ursächlich sind sondern eher die gesellschaftlichen Umstände, die es jungen Familien immer schwerer machen sich einfach mal weiterzuentwickeln und Zeit und Aufmerksamkeit wieder in der richtigen Weise den Kindern angedeihen zu lassen. Warum sind wir nicht vor 15 Jahren in der Schule gewalttätig geworden ? Warum gehören wir nicht zu den Vergewaltigern der Nation ? Warum schmücken wir uns nicht mit rechten Parolen ? Ursache und Wirkung liegen hier halt dich beieinander. So müssen wir wohl im Kleinen anfangen - und zwar ein jeder von uns - die Ursachen zu bekämpfen, indem wir versuchen unseren Kindern und Verwandten die Aufmerksam zuzuwenden, welche diese brauchen. Leben und leben lassen und junge Menschen fördern um Persönlichkeiten zu bilden und nicht Wahnsinn zu erzeugen... Dazu kann evt. auch eine Alternative zu Computerspielen gehören, aber dieses sei erst einmal dahin gestellt.
Prozess in Cottbus - Gemordet wie gespielt
Ein 19-Jähriger muss neun Jahre ins Gefängnis, weil er einen Menschen brutal zu Tode getreten hat– so wie er es zuvor in einem Gewaltspiel am Computer geübt hatte. Der Staatsanwalt sprach von einem Präzedenzfall. mehr dazu hier: http://www.sueddeutsche.de/panorama/artikel/659/95564/ |
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